(Hamburg, 10. Mai 2007) Der Landesrechungshof wirft dem NDR vor, 26 Mio Euro in den Sand gesetzt zu haben. Der Neubau am Rothenbaum sei ineffizient, überteuert und vor allem ausgestattet mit einer kostentreibenden Glasfassade.
Vermutlich wurde durch eine Indiskretion der Landesrechnungshofbericht der „Welt am Sonntag“ zugespielt. Verständlicherweise war Jobst Plog sauer, da der Bericht ungefähr zeitgleich im Verwaltungsrat erörtert werden sollte. Die Veröffentlichung hat sicherlich verhindert, dass der Verwaltungsrat – wie üblich – der NDR-Leitung auch in dieser Angelegenheit ihren Segen gab. Wir sind gespannt, wie es weiter gehen wird.
Der NDR-Personalrat hatte frühzeitig auf die Probleme mit dem Neubau hingewiesen. Wie so häufig hatten die Gremien hierfür kein Ohr. Und die NDR-Leitung hatte wie immer Recht.
Das Ergebnis: Personalräte werden nun verdächtigt, die Presse informiert zu haben.
Übersehen wird bei der Verdachtschöpfung allerdings, dass es gerade unter dem SPD-Intendanten Plog alltäglich wurde, durch Medien-Partnerschaften u.ä. enge Beziehungen z.B. zu Springer herzustellen.
Vielleicht hätte ja eine persönliche Intervention geholfen, dass der Pleiten-Beitrag nicht in der Springer-Presse erscheint. Wir sind aber sicher: Das wäre bestimmt vergeblich gewesen. So weit geht die Springer-Liebe zum NDR wiederum nicht.