Fazit der Tarifverhandlungen vom 8. Dezember 2010 :
...es geht doch, meine Damen und Herren !
Sie hatten offensichtlich Lunte gerochen: Die Damen und Herren der Leitung des NDR vor den Tarifverhandlungen. Vorsichtshalber hatten sie sich schon mal gut eine Stunde bevor die Gespräche mit den Gewerkschaften begannen im Verhandlungsraum verschanzt, um nicht vor der Tür durch ein Spalier unzufriedener, verärgerter Arbeitnehmer spazieren zu müssen. So etwas mögen Damen wie die Personalchefin Marion Braun und Herren wie die Direktoren Dr. Werner Hahn, Dr. Albrecht Frenzel und Dr. Michael Rombach nämlich überhaupt nicht. Doch die Auseinandersetzung mit ihrer Belegschaft blieb den Direktoren und ihrem Gefolge nicht erspart.
Über 30 Kolleginnen und Kollegen stark war die Gewerkschaftsdelegation, die pünktlich um 11:00 Uhr den Sitzungssaal betrat und klar machte, dass sie sich nicht weiter von oben herab nach Basta-Art abkanzeln lassen und auch keine weiteren Arbeitsgruppen akzeptieren will, die nur dazu dienen, die Anliegen der Beschäftigten auf die lange Bank zu schieben.
Eine kleine Verschnaufpause handelte Dr. Hahn noch durch eine von ihm selbst eingeleitete Vorstellungsrunde heraus: „ Mein Name ist Werner Hahn, ich bin Direktor und Justitiar des Norddeutschen Rundfunks ..“ um sich anschließend anzuhören, dass ihm gegenüber auf der anderen Seite vor allem Ver.di-Mitglieder saßen. Doch dann war es auch mit den Höflichkeiten und dem Vorgeplänkel gut gewesen:
Programmassistentinnen und –assistenten im Hörfunk in die Vergütungsgruppe 6 !
Diese Forderung besteht seit 8 Jahren und wurde damals schon von der Leitung des NDR als berechtigt anerkannt, doch die versprochene dauerhafte Höhergruppierung der Programmassistentinnen und –assistenten Hörfunk passierte nie. Jetzt aber, wo die seit Jahren hingehaltenen Kolleginnen und Kollegen persönlich in den Tarifverhandlungen erschienen waren, kam endlich wieder Bewegung in die Sache. Es wurde vereinbart, noch einmal entsprechende Richtbeispiele für die Vergütungsordnung vorzulegen und in der nächsten Verhandlung am 26. Januar 2011 über diese längst überfällige Höhergruppierung endlich zu einer Einigung zu kommen.
Neue Laufbahn und Vergütung der CutterInnen und MediengestalterInnen
Zu diesem Punkt war erstmals in Tarifverhandlungen der zuständige NDR-Produktionsdirektor Dr. Michael Rombach erschienen, der sich durch klare, offene Erklärungen seiner Eckpunkte auch bei uns spontan Sympathie erwarb.
So befürwortete er die Eingruppierung aller Supervisor (13 – 14 Leute) in die VG 5. An dieser Stelle sind wir nun nur noch um eine Vergütungsgruppe auseinander. Ein Planstellenabbau im gesamten Bereich finde definitiv nicht statt, sagte Rombach, also wird darüber auch keine Gegenfinanzierung für die Anhebung von Vergütungen laufen, sondern über eine Umverteilung von Wertigkeiten. Für den Feature- und Magazinschnitt ist - wie bisher - die Vergütungsgruppe 6 vorgesehen, der aktuelle Schnitt soll mit der VG 7 vergütet werden.
Wir werden intern mit unseren ver.di Mitgliedern in dieser Abteilung über diese Vorschläge beraten und hoffen ebenfalls am 26. Januar 2011 zu einer Einigung zu kommen.
Bessere Vergütungen für Betriebstechnische Assistenten (BTAs)
Hier liegt von uns ein Vorschlag für eine gerechtere Bewertung der Arbeit und eine bessere Bezahlung vor. Diesen Vorschlag will der NDR prüfen. Allerdings braucht er dafür - für uns etwas unbegreiflich - 3 Monate Zeit.
Rente für Teilzeitkräfte
Dieses Thema wird noch einmal Diskussionsgegenstand am 23. Februar 2011 sein, mit dem Ziel hier im März zu einer Einigung zu kommen, die die jetzige Schlechterstellung von langjährigen Teilzeitkräften (meist Frauen) bei den Rentenzahlungen endlich beendet.
... na, seht Ihr wohl !