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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
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KEF und BILD greifen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk an:
ATTACKE, Herr Intendant!
Informationen für NDR-Beschäftigte
(Hamburg, 4. Februar 2010) Das geht nun schon seit Jahren: Die KEF fordert die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu immer neuen Sparmaßnahmen auf, die Ministerpräsidenten verweigern jede notwendige Anpassung der Rundfunkgebühren an die vorhandenen Preissteigerungen und die BILD–Zeitung schreit lauthals: Verschwendung von Rundfunkgebühren!

Es kommt niemand auf die Idee, dass die 60 Cent, die eine BILD-Zeitung täglich kostet, Verschwendung und rausgeschmissenes Geld sind. Ganz im Gegensatz zu den 60 Cent an Rundfunkgebühren, die alle Fernsehsehprogramme von ARD und ZDF und alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme zusammen pro Tag den Nutzer kosten.

Nun langsam reicht`s! Statt sich in immer neuen windelweichen Dementis und sachlich gehaltenen Rechtfertigungsversuchen zu ergehen, ist es an der Zeit, sich auf unsere eigenen Möglichkeiten zu besinnen und endlich zum Gegenangriff zu blasen. Schließlich hören und sehen uns immer noch die meisten Menschen dieses Landes täglich zu. Denn ein immer weiteres Nachgeben und das Bitten um Verständnis führen bei uns innerbetrieblich bereits zu Zuständen, unter denen viele Kolleginnen und Kollegen leiden. Die Arbeitsbelastung steigt gravierend bei immer weniger Planstellen, während gleichzeitig die Programme immer weiter ausgeweitet werden und der neu entdeckte Online-Bereich zusätzlich möglichst kostenneutral bedient werden soll. Wenn die Arbeit also zunimmt und gleichzeitig die Forderungen von KEF und BILD nach Planstellenstreichungen und Kostenreduzierungen erfüllt werden, greifen Chefs gerne zu dem für sie billigsten Ausweg: Freie Mitarbeiter, studentische Hilfskräfte, Leiharbeiter, Werkverträge und das Outsourcing ganzer Abteilungen der Produktion und Verwaltung bis zu den Wachdiensten und Reinigungskräften. Und so entstehen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten immer mehr prekäre, unsichere und schlechtbezahlte Beschäftigungsverhältnisse, die gleichzeitig von unseren Programmen in anderen Wirtschafts- und Dienstleistungsbereichen aufs Schärfste kritisiert werden. So macht sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk gleichzeitig auch noch äußerst unglaubwürdig, wenn er sich genauso wie eine in Verruf geratene Drogeriekette gleichen Namens selber „durchschleckert“.

Also zeigen wir zukünftig bitteschön unseren Angreifern aus Politik und privater Medienwirtschaft die Stirn, zeigen wir in unseren Programmen deutlich auf, wie verlogen und kalkuliert ihre Angriffe auf uns sind und gehen wir gleichzeitig mit gutem Beispiel voran, indem wir bei uns Stundenlöhne von 6,85 Euro und den damit verbundenen Zwang zu dauernder Mehrarbeit wie bei unseren Wachdiensten nicht länger als Beweis für Sparsamkeit loben und als eigenes Geschäftsmodell praktizieren.

Bieten wir allen, die in öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten arbeiten, anständig bezahlte und sichere Arbeitsplätze und gehen wir damit offensiv in unsere Programme! Das bringt uns mit Sicherheit neben viel Sympathie auch die uns zustehende Gebührenakzeptanz zurück!