Bilanz 2009 und Ausblick 2010
Prost Neujahr ...
Das Jahr 2009 kann sich sehen lassen. Die Gewerkschaft Ver.di im NDR hat gleich zu Beginn des Jahres der Leitung des Hauses einen Tarifvertragsentwurf zur Beschränkung der Leiharbeit hingelegt, der mittlerweile bundesweit in vielen ARD-Anstalten und auch in anderen Betrieben diskutiert wird und der dem NDR offensichtlich so schwer im Magen liegt, dass er einiges dafür tut, um nicht grundsätzlich darüber Tarifverhandlungen führen zu müssen. So genehmigte er allen AÜG-Kräften ein verbilligtes Kasinoessen und beschloss ohne viel Tamtam Zeitarbeitsverträge für 40 Leiharbeitsstellen. ... Hier bleiben wir also dran, ebenso wie an der Durchsetzung unserer Forderung, die Wachdienste und Reinigungskräfte aus den Fängen ihrer Verleihfirmen zu befreien und zu anständigen Löhnen unter das Dach des NDR zurück zu holen. ...
Bei den Gehaltstariferhöhungen 2009 hatten sich in einer NDR-weiten Umfrage 90% der Befragten für die Forderungen von Ver.di und 75 % für einen Streik ausgesprochen wie ihn die Kolleginnen und Kollegen beim Mitteldeutschen Rundfunk mit unserer solidarischen Unterstützung zeitgleich führten. Es dauerte nur 4 Tage, da hatten wir im NDR einen Gehaltsabschluss, der für alle Festangestellten im NDR 40 Euro pro Monat plus insgesamt 4,3 Prozent mehr ins Portemonnaie brachte. Dazu wurde die Gehaltserhöhung noch um 3 Monate vorgezogen.
Die Kolleginnen und Kollegen der NDR Kasinos signalisierten deutlich ihre Streikbereitschaft, traten reihenweise in unsere Gewerkschaft Ver.di ein und erreichten so mit 150 Euro mehr pro Monat für jede Kollegin und jeden Kollegen ihr Forderungsziel nach mehr Lohngerechtigkeit und einer deutlichen Anhebung der unteren Lohngruppen.
Was die freien Kolleginnen und Kollegen betrifft, gelang es, die Fortzahlung des Krankengeldes, den Erhalt aller Urlaubstage und eine Honorarerhöhung von 2,3 Prozent für ein Jahr zu erstreiten, die sich in voller Höhe auf die effektiv gezahlten Honorare auswirken soll. Ob das tatsächlich so ist, können und sollten die Freien unbedingt auf ihrer jüngsten Honorarabrechnung überprüfen. Denn dieser Tarifvertrag gilt ab 1. Dezember 2009.
In der Vergangenheit hat der NDR viele Tätigkeiten und Arbeitsabläufe verändert und die Belegschaft gezwungen, sich darauf einzustellen. So sind neue Berufsbilder entstanden, die sich in der bisherigen Vergütungsordnung nicht finden. Wenn der NDR in den kommenden Wochen und Monaten mit uns diese Veränderungen der bisherigen Berufsbilder verhandeln will, ist es unsere Aufgabe, darauf zu achten, dass es weder zu einer Schlechterstellung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen noch zu einem Stellenabbau oder Abbau von Wertigkeiten in den entsprechenden Bereichen kommt. So geht es um das neue Berufsbild von Mediengestaltern und Cuttern in Bereich Fernsehen in Hamburg und auch in den Landesfunkhäusern. Es geht um die zukünftige Stellenbeschreibung und Bezahlung der Kolleginnen und Kollegen im Online-Bereich, um Mitwirkungssymbole, Tätigkeitsmerkmale und die entsprechenden Vergütungstabellen. Ebenso stehen die Webmaster, die Programmassistenten, die Lichttechniker und die BTAs auf dem Prüfstand. Auch im Bereich der Arbeitsorganisation tut sich Einiges. So denkt z.B. der Produktionsdirektor Dr. Rombach laut über eine Verlängerung der Ausgleichszeiträume auf ein Jahr für Ü-Techniker nach – vorerst im Bereich Fernsehen ...
Doch ohne das Votum unserer von Maßnahmen des Hauses betroffenen ver.di Kolleginnen und Kollegen läuft da nichts. Wir werden grundsätzlich immer erst mit ihnen in allen Betriebsteilen die Diskussion führen und ihre Entscheidungen werden unsere Verhandlungen mit dem NDR bestimmen. Da wird dann sicher auch die eine oder andere Forderung mit ein bißchen stärkerem Nachdruck vorgetragen werden müssen – wie auch die anfangs erwähnte Forderung nach einer Beschäftigung der Wachleute und des Reinigungspersonals zu unseren NDR-Tarifbedingungen und nicht durch ausbeuterische Fremdfirmen....
In diesem Sinne rufen wir auch der Leitung unseres Hauses fröhlich zu:
Na denn ... Prost Neujahr !!!